Loslassen

Was tun? Non stop sabotieren Mitarbeiter die Idioten.

Gerrit Jäger LIFE & BUSINESS COACHING

Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter als sabotierende Idioten bezeichnen, ist dies leider keine Seltenheit, sondern guter Standard.

Hinter der Abwertung und Erniedrigung in dieser Aussage steht ein Ausdruck von Verzweiflung, Unverständnis und grosser Ohnmacht.
Wer jedoch solche Aussagen von Führungskräften moralisiert und mit Verurteilung bewertet findet sich im gleichen Boot wie diese Führungskräfte selber.
Warum brauchen und lassen wir uns von anderen Menschen führen und warum wollen wir Führer oder Führungskraft sein?
Führung bringt mir einerseits Sicherheit und befreit mich von Verantwortung und andererseits nimmt sie mir Macht und Freiheit.
Ich lasse mich führen, wenn ich in Angst bin, den Weg nicht mehr selber sehe oder ich mir einen anderen Mehrwert verspreche.

Ein Vorgesetzter kann mich also gut führen, wenn ich den Mehrwert durch seine Führung sehe oder er mir das Fürchten lernt.
Schätze ich seine Kompetenz und erkenne einen Sinn (für mich) in seinem Weg, werde ich im gerne folgen.

Mein Pferd folgt mir auf Schritt und Tritt, wenn es Futter in meiner Hand riecht und weiss das es davon immer wieder was abbekommt.
Wird es von meinem Hund getrieben, folgt es aus Angst und wenn es die Gelegenheit hat, wird es dem Hund einen Tritt austeilen.

„Ein Schaf ist ein mildes, einfältiges, demütiges, stilles, gehorsames, furchtsames und närrisches Tier. Ohne einen Hirten verlaufen Schafe sich bald und sind ganz irrig.
Wie bei den Rindern und Ziegen regelt auch bei den Schafen die Rangordnung das Zusammenleben der Tiere. In der Regel dominieren die Widder die weiblichen Tiere. Der Widder führt jedoch nie eine Herde, sondern verteidigt nur Seine Position und deckt die brünstigen Schafe. Untereinander messen die Widder ihre Kräfte im Zweikampf. Dabei kommt es oft zu heftigem Aufeinanderprallen der Köpfe, bis sich das schwächere Tier abwendet und damit seine Unterlegenheit eingesteht. Auch der «Fussschlag», bei welchem ein Tier dem anderen mit dem Bein unter den Bauch schlägt sowie das Imponieren mit dem Kopf sind Formen der Auseinandersetzung.[1]

Als Schäfer bist du frei und auf dich gestellt und ein paar hundert Schaffe folgen dir.
Du hast einen Esel, der Dir deine Sachen nachträgt, in der Nacht auf die Herde aufpasst und ein oder mehrere Hunde, die die Herde hinter dir her treibt.

Warum wollen wir Führer oder Führungskraft sein?

Wegen dem Gefühl, frei und auf sich gestellt zu sein und wegen dem Gefühl von Macht.
Oft sehnen wir uns nach Macht, weil wir das Gefühl von Ohnmacht nicht mehr ertragen.
Wir möchten nicht mehr Schaf oder Esel sein, sondern Schäfer also Führer sein.
Doch meist ist bereits ein Schäfer da und so lassen wir uns zu seiner Führungskraft machen.
Die Führungskräfte des Schäfers sind die Hunde, sie sind keine Führer, sondern Treiber.

Solche Hunde sind intelligent, gehorsam, aufmerksam, aktiv, sensibel, lebhaft, anhänglich, brauchen konsequente Erziehung und werden in Unternehmen oft als richtige Wadenbeisser gesehen und die Mitarbeiter als Schafe.

Schafe, Hunde und Esel sind keine Führer sie werden vom Schäfer geführt und wenn die Hunde überborden werden sie vom Schäfer zurückgepfiffen.

Wer seine Mitarbeiter als sabotierende Idioten sieht, sieht sie als Schaffe und wird sie nicht mehr führen, sondern treiben wie ein Hund.
Mein Hund hat viel getan um mir zugefallen und für ein Gudi war er, stehst hoch motiviert (tönt schon fast wie in einem Arbeitszeugnis).

Mir gefällt das Bildnis aus dem Schafsleben.

Auch wenn es in den meisten Fällen nicht voll zutrifft, denn die Schafe sind nicht nur Mitarbeiter, sie sind auch das Produkt und in Gefangenschaft.
Hallo wir sind doch keine Schafe oder?
Die Frage gefällt mir, sie schliesst Hund und Esel aus!

Im Zeitalter von Licht und Liebe passt das Bild nicht wirklich.
Niemand möchte von einem Hund getrieben werden oder als ein wadenbeissender Hund gesehen werden oder?

Wir träumen von Führern, die uns unsere Visionen und Ziele offenlegen und uns mit Fairness mit auf ihren Weg nehmen.
Auch wenn nicht ganz so wahrgenommen, möchten die meisten Führungskräfte so wahrgenommen werden.

Führungskräfte die Mitarbeiter als Saboteure, als Feinde sehen und als Idioten bezeichnen zeigen ihre Ohnmacht.
Dies meint, sie haben keine Macht und fühlen sich quasi handlungsunfähig, Schuld haben die sabotierenden Idioten und natürlich Ihre Chefs (wenn es welche gibt).
Die Schuld beim Chef und oder den Mitarbeitern suchen ist ein klares Zeichen von, Verantwortung abschieben.
Die Ursachen dafür im Aussen sind vielfältig und reichen von diktatorischem Management bis zu kein Käpten an Bord.
Im Innen ist es die eigene Entscheidung, die wir oft unbewusst machen und die Verantwortung dafür ins Aussen delegieren.
Erst wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir die ersten Schritte auf dem Weg zurück zu unserer Macht und Freiheit gehen.
Das verlangt das Eingeständnis vor uns selbst, dass wir zu grossen Teilen selber verantwortlich sind für die Rollen die wir leben und wie wir diese leben.

[1]Conrad Gesner aus seinem Tierbuch

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