Du musst im Leben Jemand werden um etwas Besonderes zu sein

Der Wunsch etwas Besonderes zu sein, ist der Wunsch nach Identität aber auch der Wunsch wahrgenommen und angenommen zu sein, ein Teil des ganzen zu sein.

Niemand zu sein meint, bedeutungslos zu sein.

Während meines berufsbegleitenden Ingenieurstudiums arbeitete ich in der Firma wo ich zuvor meine Lehre, als Mechaniker absolvierte.
In den acht Jahren, die ich dort arbeitete, grüsste mich der Direktor der Firma kein einziges Mal. Er ein kleiner etwas runder Mann mit rotem Kopf und meist in Reitstiefeln unterwegs.

Noch ein paar Jahre vor der Insolvenz der Firma kaufte er eine private Waschanlage für seinen Porsche.

er hatte sehr viel Energie in seine Selbsttäuschung investiert
Er grüsste aus Prinzip keine Lehrlinge und offensichtlich auch keine Ex Lehrlinge. Man erklärte sich das so, ein Lehrling ist ein Niemand der zuerst, was werden muss.

Das habe ich verstanden, wer einfach Leute grüsst, die gar nicht existieren (also auch einen Niemand) oder sonst Gespräche führt, ohne das da Jemand zu sehen ist (zu der Zeit gab es noch keine Mobil-Telefone) der wirkt leicht schizophren.

Um wahrgenommen zu werden muss ich also etwas werden, etwas Besonderes sein.

Positiv gesehen wahr es wohl die Intension dieses Direktors uns Lehrlinge nicht zu grüssen also als ein Niemand zu sehen da mit aus uns einmal was werde.

Das ich ist unsere erlebte Wahrnehmung.

Wir sind das, von dem wir denken, dass wir es sind. Alles was wir tun, tun wir um ein bestimmtes Gefühl zu erfahren oder zu vermeiden.

Der Wunsch etwas Besonderes zu sein, ist der Wunsch nach Identität aber auch der Wunsch wahrgenommen und angenommen zu sein, ein Teil des ganzen zu sein.

Um wahrgenommen zu werden muss ich also etwas werden, etwas Besonderes sein.

Niemand zu sein meint, bedeutungslos zu sein.

Dies bedeutet, Ohnmacht und Leere zu fühlen. Das sind Gefühle, die wir verdrängen.

Wir nehmen viel Leid auf uns, um diese Gefühle zu vermeiden nur Vermeidung bringt uns weder in die Fülle noch in die Macht.

Etwas werden zu wollen führt zur Trennung. Zur Trennung von dem was wir sind, es ist selbst Täuschung und führ letztlich in die Depression.

Die Depression als solche wäre heilsam, wenn wir die Gefühle die damit einhergehen zulassen würden.

Was uns fertig macht, ist die Energie, die wir zur Verdrängung aufwenden um möglichst lang unsere Illusion, etwas zu sein das wir werden wollten, aber nie wirklich waren, aufrecht zu erhalten.

Depression, dass mittel unseres Selbst uns von unserer selbst Täuschung zu befreien.

10 Jahre nach der Insolvenz oben erwähnter Firma traf ich den Banker, der damals die Firma betreute. Irgendwie kamen wir auf die Firma und den Direktor zu sprechen der Banker meinte eine Refinanzierung, war unmöglich, da wir den Direktor als beratungsresistent einstuften.

Richtig er hatte sehr viel Energie in seine Selbsttäuschung investiert.

Der Insolvenz ging eine Reihe sehr kostspieliger Fehlentscheide voraus. Schlussfolgerungen externe Berater waren durchs Band als unbrauchbar taxier und Meinungsunterschiede mit langjährigen Mitarbeiter endeten mit der Aussage: Du kannst ja gehen, wenn es dir hier nicht passt.

Kritik ist einfach und sollte immer, in der Frage „was hat das mit mir zu tun“ enden dies schafft Bewusstsein und Klarheit bezüglich der Frage wer bin ich.

Hilfe auf dem  Wege aus der Selbsttäuschung findest du  hier