Gerrit Jäger LIFE & BUSINESS COACHING

Wir Menschen suchen nach Selbst- und Fremdbestätigung in der Beziehung und auf der Arbeit.
Fremdbestätigung ist etwas Grossartiges, sie kann uns zu Höchstleistungen motivieren.

Die Sucht danach macht uns nicht nur auf der Arbeit, sondern in jeder Beziehung zum Abhängigen ja oft sogar zum Sklaven.

Dabei sind wir jedoch weniger Opfer als vielmehr Täter, auch wenn wir es umgekehrt fühlen!
Denn zum Sklaven machen wir uns durch unsere Sucht nach Selbst- und Fremdbestätigung.

Was wollen wir da bestätigt haben?

Der zu sein, der wir sind oder der den wir glauben zu sein oder sein möchten?

Im Unterschied zur Selbstbestätigung (be-) nötige ich bei der Fremdbestätigung, ein Gegenüber, welches mir bestätigt, was ich glaube oder glauben möchte zu sein.

Verzwickt wird es wenn es eine Abweichung zwischen dem, was ich sein möchte und dem was ich glaube zu sein gibt .

Möchte ich z. B. so genommen werden, wie ich bin und bekomme von meinem Gegenüber ein OK oder sogar ein ich mag Dich bestätigt, doch sagt mein Glaube das Gegenteil, so werde ich weitere Bestätigungen unter erschwerten Bedingungen ein fordern so lange, bis ich meinen Glauben bestätigt erhalte.
Sagt mir mein Gegenüber darauf, du bist so nicht mehr OK oder sogar ich hasse dich, dann ist mein Selbstbild bestätigt doch mein Wunsch so genommen zu werden, wie ich bin ist nicht erfüllt.

Wütend und zutiefst verletzt sehe ich mich als Opfer und sicherlich nicht als Täter.

Hier schafft Bewusstsein Selbstkorrektur.

Das Abholen eines „ich bin nicht OK“ kann je nachdem, was mein Gegenüber von mir möchte lange dauern.
Kümmere ich mich z. B. berührend oder in einer anderen über-griffigen Weise, aus einer Machtposition wie Vorgesetzter, Trainer, Lehrer, Filmproduzent etc. um mein Gegenüber kann die Angst vor den Konsequenzen eines klaren Neins zu einem gespielten ja führen.

In meiner beruflichen Praxis habe ich oft erlebt das Vorgesetzte klar verlangten, dass wir Überstunden und Samstagsarbeit schieben sollten und auch noch gratis, dies nicht selten unter mehr oder weniger deutlicher Androhung von Konsequenzen.
In nahezu 100 % dieser Fälle ging es nicht wirklich um notwendige Arbeiten, es ging nicht mal um das Gefühl der Macht, sondern um so was wie „ich möchte, das du mich magst und bewunderst, auch wenn ich mich wie ein Oberarsch verhalte“ oder schlicht ich halte es mit meiner Frau nicht mehr aus und möchte nicht alleine sein sondern mit Freunden.

Zugegeben der Gebrauch des Zauberwortes Nein ist nicht immer leicht und Angesicht der Konsequenzen nicht immer ratsam.
Bei einem meiner Chef hatte ein verpacktes Nein *, gereicht er trat nie mehr mit der Frage nach Samstagsarbeit an mich ran.
* Oh am Samstag gehe ich mit dem Bike auf den Berg, kommst du mit? Das wäre toll! „Nein“. Wie schade!

Ein Nein im Aussen ist ein Ja zu dir, es befreit dich aus der Opferrolle.

Thomas Walser schreibt auf seinem Blog „Guter Sex“ (http://www.dr-walser.ch/sex/) zur Fremdbestätigung.

„Verzichten Sie darauf, sich den anderen „zurecht zu schmieden“, indem er irgendetwas tun, einsehen oder zugeben soll. Sie benutzen ihn sonst nur als „Aussenstation“ für die eigene Person, die Gutes für Sie tun und Mängel beheben soll. Konzentrieren Sie sich lieber auf sich selbst und geben Sie sich selbst das, was Sie vom anderen sehnlichst erwarten (Selbstbestätigung bzw. Selbstregulation anstelle von Fremdbestätigung bzw. Fremdregulation). Öffnen Sie sich Ihrem Partner, ohne von ihm zu erwarten, dass er Gleiches tut oder Ihre Äusserungen akzeptiert. Machen Sie auch ihr sexuelles Selbstwertgefühl nicht vom anderen und deren Reaktion abhängig. Indem Sie sich dem anderen zeigen, wie Sie sind, geben Sie sich bereits selbst die Bestätigung, so auch sein zu dürfen! Permanente Auseinandersetzungen darüber, wie etwas wirklich war, sind ein verlässlicher Gradmesser, dafür, wie abhängig man von der Bestätigung durch andere ist. Auch Ängste (Defizite in der Selbstregulation) sind wichtige Hinweise, auf eine noch unzureichende Differenzierung. Und nicht zu vergessen: Wer sich von der Meinung anderer abhängig macht, wird dadurch manipulierbar!“

Dies finde ich, ist ein guter Hinweis, um was es im Leben gehen könnte.

Konzentration auf uns selbst, uns selber, dass geben was wir vom anderen sehnlichst erwarten.
Das löst die Zange der Fremdbestätigung nicht nur beim Sex 😉.

Gerrit Jäger

 

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