Selbstverleugnung – das Gesetz der Polarität

Selbstverleugnung – das Gesetz der Polarität

Nach Duden ist Polarität eine auf dem Vorhandensein zweier Pole beruhende Gegensätzlichkeit.

Das Gesetz der Polarität besagt, dass alles auf dieser Welt aus Gegensätzlichkeiten besteht. Es gibt immer zwei Pole, die einander bedingen:

  • Anordnung zweier Pole im Raum oder an einem Bauteil
  • politische Gegensätze zwischen zwei Gruppen
  • Mann – Frau
  • schwarz – weiss
  • Gut – Böse
  • Gesundheit – Krankheit
  • Geist – Körper

Der eine Pol könnte ohne den anderen Pol nicht existieren! Oder wo Licht ist, ist auch Schatten.

Da sich selten jemand an seine Essenz und sein Drehbuch erinnert, ist es kein Wunder, dass wir eine weitere universelle Gesetzmäßigkeit nicht erkennen können. Nämlich das Gesetz der Selbstverleugnung. Die Polarität der grob-stofflichen Welt lässt die Gegenüberstellung von Dingen wie in einem Spiegel erscheinen, seitenverkehrt und verdreht. Dieser Umstand führt dazu, dass du dich selbst im Außen als das Gegenteil deiner Essenz wahrnimmst.

Heißsst dein Drehbuch zum Beispiel „stark“, wirst du im spiegelverkehrten Außen alle und alles andere als stark empfinden und dich selbst in der Verdrehung und Selbstverleugnung als „schwach“ wahrnehmen.

Du kreierst dementsprechend selbst Umstände, Situationen und Verhaltensweisen, die dir dieses Gegenteil deiner Stärke (deine Schwäche) bestätigen sollen.

Denn ein weiteres universelles Gesetz heißt:
Du gehst da hinein, was du nicht bist, um zu erkennen, was du bist.[1]

Als ich mit meinem fünf jährigen berufsbegleitenden Ingenieurstudium fertig war, verspürte ich an der Diplomfeier keine Freude. In den fünf Jahren empfand ich Ohnmacht und Leere wie nie zuvor. Das Diplom empfand ich als Zeichen meiner Schwäche. Kein Wunder ich hatte ja auch schwer zu Kämpfen in einem System, das nicht wirklich fair ablief. Es war ein richtiges Gemetzel. In unserem Jahrgang haben 68 das Studium begonnen und 6 sind in einem Durchgang an die Diplomprüfung 5 davon haben bestanden. Einer davon war ich. Was ich damals nicht so fühlen konnte, war meine Stärke. Den nach 10 Jahren Primarschule und der Lehre habe ich mich mit Mitschülern in eine Konkurrenz begeben, die alle einen viel grösseren schulischen Rucksack hatten. Dazu kam, dass nicht wenige der Dozenten jedes Jahr dieselben Prüfungen wieder brachten. Über die Jahre hatten sich auch Fehler eingeschlichen so, dass die gerechneten Lösungen mit den erwarteten Resultaten nicht mehr übereinstimmen konnten. Was dazu führte, dass Studenten mit Bekannten in oberen Semester die bereits gelösten Proben aus der Tasche ziehen konnten. Dasselbe galt für Repetenten. Zu meinem Glück gab es nach drei Jahren einen grösseren Dozentenwechsel, der auch den Abteilungsleiter beinhaltete. Ab da galten wider mathematische Regeln und ich konnte davon sehr profitieren. Nur das Gefühl der Ohnmacht und der Leere blieb. Dies auch noch als ich selber Dozent im Nebenamt an der Schule war und hinter die etwas idiotische Regelung zur Aussiebung der Studenten sah, welche unter anderem zum Untergang dieser Institution führte (zu wenig Studenten).

Du gehst da hinein, was du nicht bist, um zu erkennen, was du bist.[2]

Erst Jahre später, den Wechseljahren wenn man so will, konnte ich erkennen, dass ich in meinem Wesen extrem stark sein muss, sonst hätte ich das nie durchgestanden. Dies, das fühlen von schwach sein, Ohnmacht und Lehre war wie ein roter Faden durch mein Leben. Jetzt wo ich mir dessen bewusst bin, nehme ich es mit einem aha zur Kenntnis wenn diese Gefühle wieder auftauchen und beobachte was sie mit mir machen.

Dies bringt mich sofort in meine Essenz der Stärke und Macht zurück.

Das Gefühl der Leere war eine andere Gesichte, da kam ich dahinter als meine ex. Frau mir den Laufpass gab. Mich überfiel ein Gefühl der Panik, ich hatte das Bild in einen schwarzen Tunnel gezogen zu werden.

Das war nichts Neues, nur war der Widerstand, die Mauer die ich zur Verdrängung dieses Gefühls aufgebaut hatte für einen Moment gebrochen. Das war wirklich schlimm. Erst als ich den Widerstand losliess und es erlaubte mich in diesen Tunnel reinziehen zulassen, löste sich die Panik und damit die Leere auf. Ich habe mich gefragt, was wäre den das Schlimmste, was dabei passieren könnte. Ich kam so zum Schluss nichts wie rein in den Tunnel und heute wenn in Ausnahme Situationen sich die Leere oder die Panik wider melden sage ich aha und lasse los ab in den Tunnel und meisten hat sich das Gefühl bereits bei aha aufgelöst.

Sehe ich in meinem Chef ein arrogantes Arsch. Geht der Gute in Resonanz mit mir. Nein, eigentlich nicht er mit mir, sondern ich mit ihm. (Ein kleiner Unterschied in der Sichtweise ja?

Was bist Du Opfer oder Täter?) Nun was in aller Welt hat das mit mir zu tun? Lehne ich etwa den arroganten Teil in mir ab? Und was hat der Arsch mir doch neulich auch noch gesagt. „Ich sei sowas von arrogant“. Die Welt ist voller Arroganz und ja da ist ein Teil von mir, den nehme ich langsam an, ein Teil, den ich nie wollte, mit dem ich noch im Widerstand bin.

Spiegel Gerrit Jäger

Wenn ich mich klein, schlecht und was auch immer fühle, so ist mein Massstab, dass was ich Aussen sehe. Dass was ich im Aussen sehe, ist dann das Gegenteil von dem, was ich denke zu sein.

Dann ist es plötzlich auch logisch, wenn ich meine Selbstverleugnung annehmen kann.

Ich sehe, dass ich das bin, was ich Aussen sehe, also das Gegenteil von dem was ich meine zu sein. Mein ich, schaut nach aussen und das Aussen spiegelt das Innen, also mich.

Die Antwort auf die Frage wer oder Was bin ich, spiegelt mir also meine Aussenwelt und dort wo ich in Resonanz gehe, liegt meine Selbstverleugnung.

Hier findest Du Hilfe beim Blick in den Spiegel!

 

[1]    Ursula Maria Auktor: Zusammenzug aus BeziehungsDynamit

[2]    Klaus Konstantin: Aus Heilung braucht Wahrheit.